Segelbundesliga

SHR J70 Training im Olympiazentrum in Kiel Schilksee

Schilksee1

Allgemein:

Trainer (Johannes Buitenhuis – Sailing Team GER, One4All Sailing Team (IMMAC))
Teilnehmer: Yacht-Club Bayer Leverkusen (14 Segelfreunde), SHR (Lukas, Andree, Jan)
Boote: 4 x J70 (1,2,3,4)
Motorboot: 60 PS Schlauchboot incl. Schwimmtonnen
Besprechungsraum mit Beamer und Whiteboard, Laptop, …

  1. Tag – Freitag 01.07.16

Anreise mit dem Auto von Herdecke nach Kiel Holtenau (Quartier) und danach direkt weiter nach Schilksee zur Vorbesprechung des Trainings am nächsten Tag und zum gemeinsamen Essen (ca. 21:00 Uhr)

  1. Tag – Samstag 02.07.16

Frühstück im Haus der Athleten (Olympiazentrum Schilksee), danach kurze Agenda für den Tag und auf die Boote. Wir hatten einen Mann zu wenig und haben daher Eric mit an Bord genommen, einen in GER lebenden Franzosen mit nicht allzuviel Erfahrung. Damit waren wir nun zu viert (Lukas, Andree, Eric‘ und ich). Zunächst ging es darum, sich mit dem Boot und der Mannschaft auseinander zu setzen und die Positionen zu definieren: Andree (Pitman), Eric‘ (Gennaker), Lukas (Vorschoter), Jan (Steuermann).

Team1

Danach legte unser Trainer 4 Tonnen aus (1 je Boot), um die Kommunikation im Team zu üben. Es galt auf die Tonne zuzusteuern und 3 mal hintereinander aufzustoppen sowie beim dritten Mal rückwärts zu segeln, um dann mit neuem Anlauf das ganze von vorn zu starten.

Die zweite Übung bestand darin, eine kurze Kreuz zu segeln und Wenden zu üben, sowie das Boot am Wind zu trimmen (Gewichtstrimm der Crew, Segeltrimm, …) und die Mannschaft weiter anzulernen. Jo (Trainer) kam immer wieder an die Boote, um Tips zu geben.

Weiter ging es dann mit dem Gennaker: Setzen und Bergen, Halsen unter Gennaker. Und es dauerte nicht lange, da wurden die ersten „Ups-and-Downs“ gesegelt. Gestartet wurde zwischen Motorboot und Schwimmtonne, immer mit einem 2-Minuten Count-Down. Es stellte sich aber schnell raus, dass die Synchronisation der einzelnen Boote aufgrund des unterschiedlichen Wissensstände schwierig war und eine Mittagspause Klärung und Programmänderung bringen sollte, bzw. das Thema „Gennaker“ erst einmal ordentlich theoretisch vorbereitet werden mußte. Also ging es in den Hafen zur Mittagspasue und Nachbesprechung, in der etliche Fragen geklärt werden mußten und Jo Gennaker, Segeltrimm und Manöver erläuterte.

Der 2te Teil des Tages startete dann gegen 15:00 mit weiteren Gennakersequenzen. Dabei wurden  kurz nacheinander Starts gefahren mit einer kurzen Kreuz und einem Downwind Kurs, der dann wieder am Motorboot endete. D.h. es kam darauf an, den Gennaker nach der Kreuz schnell zu setzen und direkt am Motorboot (nach dem Downwind-Kurs) wieder zu bergen.

Im Anschluss waren dann längere Gennakerkurse Richtung Kiel-Leuchtturm angesetzt, bei denen immer wieder Halsen um das Trainerboot gemacht wurden und die Probleme nach und nach „rausgeschliffen“ wurden. Jo hat das super gecoacht und uns da wirklich gute Hinweise gegeben.

Vom Leuchtturm ging es dann später am Nachmittag wieder Richtung Kiel Schilksee. Diesmal wurden die Crews richtig unter Stress gesetzt und ein Rennen nach dem nächsten gestartet. Kreuz, Downwind, mit Gennaker Halsen, Bergen des Gennakers sowie eine abschließende Rundung der Leetonne standen auf dem Programm. Danach sammeln und wieder starten. Das ganze sicherlich 10-15 Mal.

Bei diesen Rennen und fuhren wir teilweise im Match Race Modus um die Tonnen (Boot 1 gegen 4 und Boot 2 gegen 3). Das SHR Boot (Boot 4) war dabei schon sehr gut eingespielt und wir fuhren einen 1ten Platz nach dem nächsten. Konkurrenz gab es nur von Boot 1, auf dem ein junges Team um Jonas (Laser / 470er) gute Fortschritte machte. Da diese beiden Boote immer einen riesigen Vorsprung hatten, bekamen wir nach und nach Sonderaufgaben zugewiesen, um uns langsamer zu machen.

Jo holte immer wieder einzelne Leute von Bord , um uns die Fehler von außen zu zeigen und Verbesserungsvorschläge zu diskutieren. Dabei ging es darum, das Großsegel und die Fock als ganzheitliches System zu sehen und alle Trimmmöglichkeiten optimal einzusetzen – Schoten, Traveler, Outhaul, Niederholer, Cunnigham, Achterstag, Holepunkte, …. Auch der Gewichtstrimm wurde wieder und wieder angemahnt und Nachlässigkeiten nicht geduldet. Zum Schluß wurden dann sogar die Steuermänner von Boot 1 und Boot 4 getauscht, um zu sehen, welchen Einfluß Crew, Boot und Trimm auf die Geschwindigkeit haben. Unser Gennakerfahrer Eric wurde bei dieser Belastung und dem ordentlichen Wind, den wir hatten, extrem beansprucht, so dass er am Ende mehrfach entkräftet an Andree übergeben mußte.

Es wurde Zeit für die Heimfahrt und eine Nachbesprechung. Diese dauerte dann bis ca. 20:30 und wir gingen anschließend zusammen direkt zum Italiener, um uns zu stärken und den ersten Sieg von „La Mannschaft“ über die Italiener seit über 40 Jahren zu sehen. Das war der krönende Abschluß eines langen, großen Segeltages.

  1. Tag – Sonntag 03 .07.16

Tag 3 startete um 8:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück und anschließender Vorbesprechung, sowie der Studie einiger Videos, die am Vortag aufgenommen wurden. Es wurden nochmals die unterschiedlichen Möglichkeiten für die Gennakernmanöver durchgesprochen – Gennaker Halse (mit oder ohne Fock), Gennaker Setzen/Bergen (in Luv oder in Lee).

Ab 9:00 Uhr waren wir dann wieder auf dem Wasser und zogen unsere Kreise. Probleme mit dem Achterstag und mit dem Fockroller vom Vortag wurden an unserem Boot behoben und es stellte sich schnell heraus, dass wir nun etwas schneller waren und besser trimmen konnten. Alles lief rund und bei den kurzen Läufen, die Jo immer mit einem 2-Minuten Count-Down startete, hatten wir in schöner Regelmäßigkeit die Nase vorn. Meistens sogar mit so großem Abstand, dass der Trainer uns nun Penalties auferlegte. Das Boot lief und die Mannschaft funktionierte bestens, die Manöver reibungslos. Wieder wurden Tonnen ausgelegt, aber diesemal fuhren wir 2 Runden und es wurden Match Races ausgetragen.

Mittags ging es dann nochmal unter Gennaker raus bis zum Leuchtturm, wo uns dann 2 heftige Gewitterfronten erwarteten, die wir aber ohne Schaden überstanden haben.

Unermüdlich leitete der Trainer uns an und gab weitere Tips zum Trimm. Mehr Höhe Laufen? Großbaum mit dem Traveller bis kurz vor mittschiffs und Achterstag etwas lösen! Gewicht auf die Kannte, Beine außenbords und alle Crewmitglieder in Reihe ohne Zwischenraum (kuscheln). Denn, so sagte Jo uns, im Windkanal bei BMW habe man den Einfluß der Sitzposition der Crew auf den Windwiderstand des Bootes gemessen. Jede Lücke in der Crewreihe sorgt für Verwirbelungen und bremst daher. Das funktioniert genauso, wie das Windschattenfahren im Radsport.

Um 14:30 Uhr waren wir dann nach einer langen Kreuz, die wir als letztes von 4 Booten, nach einem um jeweils 30 Sekunden gegenüber dem Vorgängerboot verzögerten Start, angingen, endlich im Hafen –  natürlich als Erster.

Im Anschluss wurden die Boote fertig gemacht und nochmal eine abschließende Runde im Besprechungsraum einberufen. Fehler wurden nochmal angesprochen, aber auch Dinge, die gut gelaufen sind. Alle waren erschöpft, aber sehr glücklich über die gelungene Veranstaltung und die vielen nützlichen Informationen.

Ich kann ein solches Training nur jedem wärmstens ans Herz legen und würde jederzeit wieder mit Jo trainieren. Wir sind ordentlich gefordert worden und haben viel Erfahrung sammeln können. Eine rundum gelungene Veranstaltung.

Euer SHR Bundesliga Team

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